Zum Inhalt springen
kalorien.info

Diäten-Kompass

Dukan-Diät: Phasen, Lebensmittel und was über die Eiweiß-Diät bekannt ist

Von Redaktion kalorien.info · Stand: 01.10.2026 · Prüfstatus: redaktionell geprüft, nicht extern fachlich geprüft (was das heißt)

Kurz gesagt: Die Dukan-Diät ist eine eiweißbetonte Programmdiät des französischen Arztes Pierre Dukan, die mit einer Phase fast nur aus magerem Eiweiß beginnt und Gemüse, Obst und Stärke erst später stufenweise zulässt. Kontrollierte Studien zu ihr gibt es praktisch nicht. Eine Analyse der französischen Lebensmittelbehörde fand in den Anfangsphasen sehr viel Eiweiß und Salz, aber kaum Ballaststoffe.

Gemalter Markttisch mit einem Stück hellem Geflügelfleisch auf Papier, einer Schale Magerquark, Eiern und einer kleinen Schale Haferkleie
Illustration · symbolisch, keine Mengenangabe

Auf einen Blick

Dukan-Diät: Eckdaten
FrageStand Oktober 2026
Prinzipeiweißbetont, fettarm, kohlenhydratarm in vier Phasen
kontrollierte Studien zum Gewichtkeine gefunden
Eiweiß in den Anfangsphasen (ANSES-Rechnung)mehr als die Hälfte der Energie
Ballaststoffe in Phase 1 und 2zum Teil rund ein Zehntel der Empfehlung
Salz in Phase 1mehr als das Doppelte der WHO-Grenze

Wie funktioniert die Dukan-Diät, und was passiert in Phase 1?

Die Dukan-Diät beruht auf der Idee, dass viel Eiweiß bei wenig Fett und Kohlenhydraten satt macht und das Abnehmen erleichtert. Die französische Lebensmittelbehörde ANSES hat das Programm in ihrer Expertise über verbreitete Abnehmdiäten so beschrieben (ANSES 2010):

  • Phase 1, „Angriff“: wenige Tage mit fast ausschließlich eiweißreichen Lebensmitteln.
  • Phase 2, „Aufbau“ oder „Kreuzfahrt“: Tage mit reinem Eiweiß wechseln mit Tagen, an denen Gemüse hinzukommt; die Dauer richtet sich nach dem angestrebten Gewichtsverlust.
  • Phase 3, „Festigung“: nach und nach kommen Obst, Vollkornbrot, Käse und gelegentlich stärkehaltige Beilagen dazu, dazu regelmäßige Bewegung.
  • Phase 4, „Stabilisierung“: soll lebenslang gelten, mit einem festen reinen Eiweißtag pro Woche und täglicher Haferkleie.

Mengenvorgaben und Zeitregeln des Programms geben wir hier bewusst nicht als Anleitung wieder. Für eine Einordnung reicht das Prinzip: zuerst sehr streng und eiweißlastig, dann schrittweise lockerer.

Was darf man bei der Dukan-Diät essen?

In Phase 1 stehen mageres Fleisch und Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Eier und fettarme Milchprodukte auf der Liste, dazu Haferkleie. Gemüse kommt in Phase 2 hinzu, Obst, Brot und Käse erst in Phase 3. Fett und Zucker bleiben die ganze Zeit knapp. Hülsenfrüchte, Vollkorn und Obst – die wichtigsten Ballaststoffquellen – fehlen damit in den ersten Wochen weitgehend.

Die Haferkleie ist der Versuch, diese Lücke ein Stück weit zu schließen. Sie liefert Ballaststoffe, ersetzt aber nicht die Vielfalt, die Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn zusammen bieten. Welche Eiweißquellen sich lohnen, auch pflanzliche und günstige, zeigt der Artikel günstige Eiweißquellen.

Wie viel nimmt man mit der Dukan-Diät ab?

Das lässt sich aus Studien nicht beantworten, denn kontrollierte Vergleiche der Dukan-Diät mit anderen Kostformen haben wir in der Fachliteratur nicht gefunden. Was sich sagen lässt: In den ersten Tagen einer sehr kohlenhydratarmen Kost geht vor allem Wasser aus den geleerten Glykogenspeichern verloren, das fällt auf der Waage stark ins Gewicht. Danach entscheidet wie bei jeder Diät die Energiebilanz.

Aus Studien zu anderen kohlenhydrat- und fettreduzierten Kostformen ist bekannt, dass sich die Ergebnisse nach ein bis zwei Jahren kaum unterscheiden; im Mittel liegen kohlenhydratarme und ausgewogene Reduktionsdiäten weniger als ein Kilo auseinander (Naude et al. 2022). Die ANSES hält in ihrer Expertise fest, dass beim Gewicht vor allem die Energiemenge zählt und rund 80 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres nach einer Diät wieder zunehmen. Was gegen die Wiederzunahme hilft, steht im Artikel Gewicht halten nach dem Abnehmen.

Ist die Dukan-Diät gesund?

Die vorhandenen Daten sprechen gegen die strengen Phasen als dauerhafte Ernährung. Die ANSES hat für typische Diättage nachgerechnet, was die einzelnen Phasen liefern (ANSES 2010):

  • Eiweiß: In Phase 1 stammte mehr als die Hälfte der Energie aus Eiweiß; die berechnete Zufuhr lag in allen untersuchten Phasen deutlich über der Referenzzufuhr. Zum Vergleich: Die EFSA hält bei Erwachsenen etwa das Doppelte der Referenzzufuhr für unbedenklich.
  • Ballaststoffe: In Phase 1 und 2 lag die Zufuhr teils bei rund einem Zehntel der Empfehlung.
  • Salz: Phase 1 lieferte mehr als doppelt so viel Natrium, wie die WHO als Obergrenze empfiehlt.
  • Vitamin C: In den drei untersuchten Phasen deckte die Kost nicht einmal den Mindestbedarf.

Ein weiterer Punkt betrifft die Nieren. Eine systematische Übersicht zu Modediäten und Nierensteinen fand, dass eiweißreiche Kostformen die Ausscheidung von Calcium und Harnsäure im Urin erhöhen und den Urin saurer machen – Faktoren, die mit Nierensteinen in Verbindung gebracht werden. Viel Obst und Gemüse wirkten dem eher entgegen (Barghouthy et al. 2021). Direkte Studien zur Dukan-Diät und zu Nierensteinen fehlen allerdings.

Für wen ist die Dukan-Diät ungeeignet?

Für alle, bei denen sehr viel Eiweiß, wenig Ballaststoffe oder viel Salz ein Problem sind. Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, sollte die Eiweißmenge grundsätzlich nicht selbst erhöhen, sondern ärztlich festlegen lassen.

Häufige Fragen

Was darf man in Phase 1 der Dukan-Diät essen?

Laut Programmbeschreibung fast nur eiweißreiche Lebensmittel wie mageres Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier und fettarme Milchprodukte sowie Haferkleie. Gemüse und Obst kommen erst in späteren Phasen dazu. Eine Empfehlung dafür geben wir nicht.

Wozu dient die Haferkleie bei Dukan?

Sie soll Ballaststoffe liefern, die in den eiweißbetonten Phasen sonst fast völlig fehlen. Die Lücke, die das Weglassen von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkorn reißt, schließt sie nicht vollständig.

Gibt es die Dukan-Diät auch vegetarisch?

Es gibt vegetarische Abwandlungen mit Eiern, Milchprodukten und pflanzlichen Eiweißquellen. Studien dazu kennen wir nicht. An den grundsätzlichen Lücken der strengen Phasen ändert das wenig.

Ist ein Dukan-Rechner sinnvoll?

Rechner, die aus wenigen Angaben ein „wahres Gewicht“ und eine Diätdauer ableiten, beruhen auf den Annahmen des Programms, nicht auf Studien. Belastbarer ist eine Schätzung des eigenen Energiebedarfs mit klaren Grenzen.

Quellen und Stand

  1. ANSES (2010): Évaluation des risques liés aux pratiques alimentaires d’amaigrissement. Rapport d’expertise collective. Agence nationale de sécurité sanitaire, Maisons-Alfort. anses.fr
  2. Naude CE et al. (2022): Low-carbohydrate versus balanced-carbohydrate diets for reducing weight and cardiovascular risk. Cochrane Database Syst Rev CD013334. doi:10.1002/14651858.CD013334.pub2
  3. EFSA (2017): Dietary reference values for nutrients: Summary report. EFSA supporting publication e15121. doi:10.2903/sp.efsa.2017.e15121
  4. Barghouthy Y et al. (2021): The Relationship between Modern Fad Diets and Kidney Stone Disease: A Systematic Review of Literature. Nutrients 13:4270. doi:10.3390/nu13124270 (nur Zusammenfassung gelesen)

Quellen geprüft bis 01.10.2026.