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Fett in der Ernährung: Welche Fette, Öle und Nüsse sich lohnen

Von Redaktion kalorien.info · Stand: 01.10.2026 · Prüfstatus: redaktionell geprüft, nicht extern fachlich geprüft (was das heißt)

Kurz gesagt: Fett liefert viel Energie, 9 kcal je Gramm, ist aber kein Gegner. Für die Gesundheit zählt vor allem, welche Fette du isst: Pflanzenöle wie Raps- und Olivenöl, Nüsse und fetter Fisch schneiden in Studien günstiger ab als viel Butter, Schmalz und fettes Fleisch. Am ungünstigsten sind Transfette aus teilweise gehärteten Ölen.

Gemalte Glasflaschen mit Raps- und Olivenöl neben Schalen mit Walnüssen, Mandeln und Haselnüssen und einem Stück Butter auf einem Holzbrett
Illustration · symbolisch, keine Mengenangabe

Auf einen Blick

Die wichtigsten Fakten zu Fett
FrageAntwort
Energie9 kcal (37 kJ) je Gramm Fett
GesamtfettEFSA: 20–35 % der Energie; DGE: 30–35 %
Gesättigte Fettsäurenhöchstens etwa 10 % der Energie (WHO), DGE: 7–10 %
Transfetteunter 1 % der Energie bzw. so wenig wie möglich
DGE-Orientierungtäglich 1 Esslöffel Pflanzenöl (10 g), bevorzugt Rapsöl, plus 10 g Butter oder Margarine; eine kleine Handvoll Nüsse (25 g)
FischEFSA: 250 mg EPA und DHA am Tag, entspricht ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche mit fettem Fisch

Wie viel Fett ist sinnvoll?

Ein Drittel der Energie, grob gesagt, darf aus Fett stammen. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA nennt 20 bis 35 Prozent der Energie, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 30 bis 35 Prozent. Einig sind sich WHO, EFSA und DGE bei den gesättigten Fettsäuren: höchstens etwa 10 Prozent der Energie, die DGE nennt 7 bis 10 Prozent. Transfette sollen unter 1 Prozent bleiben oder so niedrig wie möglich (WHO 2023; EFSA 2017; DGE-Leitlinie Fett 2015).

Die Gesamtmenge an Fett ist dabei weniger entscheidend, als ihr Ruf vermuten lässt. Die DGE-Leitlinie fand keinen wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen der Fettmenge und Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Krebs. Fett zählt vor allem über die Energie: Mit 9 kcal je Gramm ist es der energiereichste Nährstoff, und wer ohne darauf zu achten mehr Fett isst, nimmt eher zu. Ein Esslöffel Öl hat rund 90 kcal. Warum das kein Grund für Fettangst ist, sondern eine Frage der Menge, erklärt der Beitrag Energiedichte.

Bei den gesättigten Fettsäuren gibt es dagegen Luft nach unten. Nach den letzten bundesweiten Verzehrsdaten (2005–2007) stammten bei Männern im Median 16, bei Frauen 15 Prozent der Energie aus gesättigten Fettsäuren – deutlich über dem DGE-Richtwert – und nur rund 5 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren (DGE 2015, FAQ).

Welche Fettarten gibt es und wo stecken sie?

Grob drei Familien plus eine Problemgruppe. Gesättigte Fettsäuren stecken vor allem in tierischen Fetten wie Butter, Sahne, Käse, fettem Fleisch und Wurst, außerdem in Kokos- und Palmfett. Einfach ungesättigte Fettsäuren liefern zum Beispiel Oliven- und Rapsöl, Avocados und viele Nüsse. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, darunter die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, finden sich in Raps-, Lein-, Walnuss- und Sonnenblumenöl, in Walnüssen und in fettem Seefisch. Die Problemgruppe sind Transfette aus teilweise gehärteten Ölen.

Fett und gesättigte Fettsäuren je 100 g (BLS 4.0) und Anteil gesättigter Fettsäuren am Fett (eigene Rechnung)
LebensmittelFettdavon gesättigtAnteil gesättigt
Rapsöl100 g7,2 g7 %
Haselnüsse63,3 g5,3 g8 %
Walnüsse70,6 g6,5 g9 %
Mandeln46,6 g4,0 g9 %
Leinöl100 g9,5 g10 %
Sonnenblumenöl100 g11,0 g11 %
Olivenöl99,9 g12,0 g12 %
Rapsöl-Margarine (Vollfett)80,5 g16,4 g20 %
Lachs, roh11,2 g2,4 g21 %
Butter (Süßrahm)82,5 g55,7 g67 %
Gouda (48 % Fett i. Tr.)31,6 g22,5 g71 %
Kokosöl100 g87,8 g88 %

BLS-Codes: Q180000, H130100, H120100, H210100, Q160000, Q320000, Q120000, Q4C4000, T410100, Q630000, M402600, Q550000. Der Anteil ist eine einfache Rechnung (gesättigte Fettsäuren ÷ Fett) und dient dem Vergleich der Größenordnung.

Die Tabelle zeigt, warum unser Nährwert-Kompass Öl und Nüsse beim Fett als „hoch“ einstuft und sie trotzdem nicht abwertet: Die Stufe beschreibt die Menge je 100 g, nicht die Art des Fetts. Bei den Pflanzenölen und Nüssen ist nur ein kleiner Teil gesättigt, bei Butter, Käse und Kokosöl der größte Teil.

Butter, Margarine oder Öl – was ist die bessere Wahl?

Pflanzenöle, wenn es um die Gesundheit geht – Butter ist deshalb aber kein Gift. Wer gesättigte Fette über mindestens zwei Jahre einschränkte, hatte in randomisierten Studien etwa 17 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse; am deutlichsten war das, wenn Pflanzenöle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren an ihre Stelle traten (Hooper et al. 2020).

Und was ist mit Schlagzeilen wie „Butter ist wieder gesund“? Sie beruhen meist auf Beobachtungsstudien, in denen gesättigte Fette für sich genommen keinen Zusammenhang mit Herzinfarkt oder Sterblichkeit zeigten (de Souza et al. 2015). Das klingt nach Freispruch, ist aber keiner. Offen bleibt in solchen Daten nämlich die entscheidende Frage: Was lag bei den Vergleichspersonen statt der Butter auf dem Brot? Ein Vorteil zeigt sich dort, wo Öl oder Nüsse den Platz von Butter und Schmalz einnehmen. Wandern stattdessen Brötchen und Zucker auf den Teller, bleibt er aus.

Margarine hat einen ungünstigeren Ruf, als sie verdient – oder genauer: einen Ruf aus einer anderen Zeit. Er stammt aus den Jahren, in denen Margarine viel teilweise gehärtetes Fett enthielt. Die DGE empfiehlt heute ausdrücklich Rapsöl und daraus hergestellte Margarine; Transfette stecken nach ihrer Einschätzung vor allem in Frittiertem, Backwaren, Süßigkeiten und Fertigprodukten (DGE-Empfehlungen). Ob eine bestimmte Margarine Transfette enthält, verrät die Zutatenliste: Steht dort „gehärtet“ oder „teilweise gehärtet“, lieber zu einer anderen greifen.

Olivenöl, Rapsöl oder Kokosöl?

Raps- und Olivenöl sind beide gute Wahlen; Kokosöl hat keinen belegten Gesundheitsvorteil. Wer viel Olivenöl verwendet, erkrankt in Beobachtungsstudien seltener an Herz und Gefäßen und stirbt im Beobachtungszeitraum seltener – besonders deutlich, wenn das Öl an die Stelle von Butter, Margarine oder Mayonnaise tritt (Xia et al. 2022; Guasch-Ferré et al. 2022). Gegenüber anderen Pflanzenölen insgesamt zeigte sich in einer großen US-Auswertung aber kein klarer Vorsprung. Die DGE nennt in ihren Empfehlungen bevorzugt Rapsöl. Wer gern mit Olivenöl kocht, macht nichts falsch.

Kokosöl besteht zu fast 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. In kleinen randomisierten Studien verbesserte es weder Blutfette noch Körpergewicht in klinisch relevantem Maß; eine weitere Übersicht fand im Vergleich mit Pflanzenölen aus gemäßigten Breiten ein höheres LDL-Cholesterin (Duarte et al. 2022; Neelakantan et al. 2020, nur Zusammenfassung ausgewertet). Als gelegentliches Geschmacksfett, etwa im Curry, spricht nichts dagegen. Als Gesundheitsprodukt ist es nicht begründet. Wie ein Ernährungsmuster mit Olivenöl als Hauptfett im Alltag aussieht, zeigt der Artikel zur Mittelmeerdiät.

Sind Nüsse trotz ihrer Kalorien zu empfehlen?

Ja, in kleinen Mengen. Die DGE nennt als Orientierung täglich eine kleine Handvoll, gerechnet mit 25 g. Das sind nach BLS etwa 136 kcal bei Mandeln und 180 kcal bei Walnüssen – nicht wenig, aber auch kein Grund zur Sorge, wenn sie zum Beispiel Süßes oder Wurst ersetzen.

Wie viele Kalorien in einer Handvoll stecken, hängt natürlich davon ab, wie groß die Hand ist. Wer es genau wissen will, wiegt einmal 25 g ab und merkt sich, wie das aussieht. Mehr zu Alltagsmaßen steht im Artikel Wie viel ist eine Portion?

Brauche ich Omega-3-Kapseln?

Für gesunde Menschen in der Regel nicht. Ein Cochrane-Review hat 86 randomisierte Studien zu Präparaten mit EPA und DHA zusammengefasst. Auf das Sterberisiko insgesamt hatten die Kapseln praktisch keinen Einfluss, auf Herzinfarkte und Schlaganfälle zusammen kaum einen. Messbar waren nur ein kleiner Rückgang der Todesfälle durch Herzkrankheit – rechnerisch hat einer von rund 330 Menschen, die sie nehmen, etwas davon – und niedrigere Triglyceride (Abdelhamid et al. 2020). Für Fisch als Lebensmittel gibt es solche Studien nicht.

Die EFSA nennt für Erwachsene 250 mg EPA und DHA am Tag als angemessene Zufuhr und übersetzt das in einen Ernährungshinweis: fetter Fisch ein- bis zweimal in der Woche (EFSA 2017). Das passt zur DGE-Orientierung von ein bis zwei Fischportionen pro Woche. Was Nahrungsergänzungsmittel allgemein leisten und wo ihre Grenzen liegen, beschreibt der Beitrag Nahrungsergänzungsmittel. Was Omega-3-Kapseln und Algenöl können, steht im Artikel Omega-3 als Nahrungsergänzung.

Mehr dazu im Buch: „Gut essen. Klar entscheiden.“ widmet Ölen, Butter, Margarine und Nüssen ein eigenes Kapitel – mit Belegkästen und Rechenbeispielen.

Häufige Fragen

Macht Fett dick?

Nicht mehr als andere Energie auch – aber Fett liefert je Gramm mehr als doppelt so viel Energie wie Eiweiß oder Kohlenhydrate. Wer viel Fett isst, ohne auf die Menge zu achten, nimmt deshalb eher zu.

Ist „fettarm“ immer die bessere Wahl?

Nein. Wird Fett durch Zucker oder Weißmehl ersetzt, ist für das Herz wenig gewonnen. Wichtiger ist, welches Fett du verwendest.

Wie viel Fett steckt in fettem Fisch?

Weniger, als man denkt: Roher Lachs hat laut BLS 11,2 g Fett je 100 g, davon gut ein Fünftel gesättigt. Fetter Fisch ist die wichtigste Quelle für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

Wie viel Butter ist in Ordnung?

Die DGE rechnet mit täglich etwa 10 g Butter oder Margarine zusätzlich zu 10 g Pflanzenöl. Die Studien sprechen dafür, beim Kochen eher zu Öl zu greifen.

Sind Nüsse wegen des Fetts beim Abnehmen tabu?

Nein. Eine kleine Handvoll passt auch beim Abnehmen in den Plan, am besten statt anderer Snacks und nicht zusätzlich.

Quellen und Stand

  1. World Health Organization (2023): Saturated fatty acid and trans-fatty acid intake for adults and children: WHO guideline. who.int
  2. EFSA (2017): Dietary reference values for nutrients. Summary report, Abschnitt Fats. doi:10.2903/sp.efsa.2017.e15121
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2015): Evidenzbasierte Leitlinie Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten, 2. Version, mit FAQ. dge.de
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2024): Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen; DGE-Ernährungskreis. dge.de
  5. Hooper L et al. (2020): Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease. Cochrane Database Syst Rev CD011737. doi:10.1002/14651858.CD011737.pub3
  6. de Souza RJ et al. (2015): Intake of saturated and trans unsaturated fatty acids and risk of all cause mortality, cardiovascular disease, and type 2 diabetes. BMJ 351:h3978. doi:10.1136/bmj.h3978
  7. Zhang Y et al. (2025): Butter and Plant-Based Oils Intake and Mortality. JAMA Intern Med 185:549–560. doi:10.1001/jamainternmed.2025.0205
  8. Pimpin L et al. (2016): Is Butter Back? A Systematic Review and Meta-Analysis of Butter Consumption and Risk of Cardiovascular Disease, Diabetes, and Total Mortality. PLoS One 11:e0158118. doi:10.1371/journal.pone.0158118
  9. Neuenschwander M et al. (2023): Substitution of animal-based with plant-based foods on cardiometabolic health and all-cause mortality: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. BMC Med 21:404. doi:10.1186/s12916-023-03093-1
  10. Xia M et al. (2022): Olive oil consumption and risk of cardiovascular disease and all-cause mortality. Front Nutr 9:1041203. doi:10.3389/fnut.2022.1041203
  11. Guasch-Ferré M et al. (2022): Consumption of Olive Oil and Risk of Total and Cause-Specific Mortality Among U.S. Adults. J Am Coll Cardiol 79:101–112. doi:10.1016/j.jacc.2021.10.041
  12. Duarte AC et al. (2022): The effects of coconut oil on the cardiometabolic profile: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. Lipids Health Dis 21:83. doi:10.1186/s12944-022-01685-z
  13. Neelakantan N, Seah JYH, van Dam RM (2020): The Effect of Coconut Oil Consumption on Cardiovascular Risk Factors: A Systematic Review and Meta-Analysis of Clinical Trials. Circulation 141:803–814 (nur Zusammenfassung ausgewertet). doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.119.043052
  14. Aune D et al. (2016): Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality. BMC Med 14:207. doi:10.1186/s12916-016-0730-3
  15. Schwingshackl L et al. (2017): Food groups and risk of type 2 diabetes mellitus. Eur J Epidemiol 32:363–375. doi:10.1007/s10654-017-0246-y
  16. Abdelhamid AS et al. (2020): Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. Cochrane Database Syst Rev CD003177. doi:10.1002/14651858.CD003177.pub5

Nährwerte: Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0 – Deutsche Nährstoffdatenbank. Karlsruhe. DOI 10.25826/Data20251217-134202-0, Lizenz CC BY 4.0. Anteil gesättigter Fettsäuren und Energie je Portion: eigene Berechnungen von kalorien.info. Quellen geprüft bis 30.09.2026.