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Kalorien & Energie

Kalorien pro Gramm: Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Alkohol und Ballaststoffe

Von Redaktion kalorien.info · Stand: 31.10.2026 · Prüfstatus: redaktionell geprüft, nicht extern fachlich geprüft (was das heißt)

Kurz gesagt: Ein Gramm Fett liefert 9 kcal, ein Gramm Alkohol 7 kcal, ein Gramm Eiweiß oder verwertbare Kohlenhydrate je 4 kcal und ein Gramm Ballaststoffe etwa 2 kcal. Diese Faktoren schreibt das EU-Recht für Nährwerttabellen vor. Sie sind gerundete Mittelwerte, deshalb gelten sie für Packungsangaben, nicht für jeden einzelnen Körper.

Gemalter Markttisch mit einer kleinen Küchenwaage ohne Zahlen, einer Ölflasche, einem Glas Zucker, einem Stück Quark und einer Schale Haferflocken
Illustration · symbolisch, keine Mengenangabe

Wie viele Kalorien hat ein Gramm Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate?

Die Zahlen, die du auf jeder Nährwerttabelle findest, entstehen nicht durch Verbrennen im Labor, sondern durch Rechnen. Die EU-Verordnung betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel legt in Anhang XIV Umrechnungsfaktoren fest: Aus den Gramm je Nährstoff wird der Brennwert errechnet (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011). Kohlenhydrate und Eiweiß zählen mit 17 Kilojoule je Gramm, das sind 4 Kilokalorien. Fett zählt mit 37 Kilojoule oder 9 Kilokalorien, Alkohol mit 29 Kilojoule oder 7 Kilokalorien.

Daneben gibt es Sonderfälle, die oft vergessen werden. Ballaststoffe zählen mit 8 Kilojoule, also 2 Kilokalorien je Gramm, weil Darmbakterien sie nur zum Teil verwerten. Zuckeralkohole (Polyole) wie Xylit oder Sorbit zählen mit 10 Kilojoule oder 2,4 Kilokalorien, Erythrit sogar mit null. Organische Säuren, etwa die Essigsäure im Essig oder die Zitronensäure, werden mit 13 Kilojoule oder 3 Kilokalorien angesetzt. Die folgende Tabelle fasst die Werte zusammen.

Umrechnungsfaktoren für den Brennwert nach Anhang XIV der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011
StoffkJ je Grammkcal je GrammTypische Quellen
Fett379Öle, Butter, Nüsse, Wurst
Alkohol (Ethanol)297Bier, Wein, Spirituosen
Eiweiß174Fleisch, Fisch, Quark, Hülsenfrüchte
Kohlenhydrate (ohne Polyole)174Getreide, Kartoffeln, Obst, Zucker
Organische Säuren133Essig, Zitronensaft
Zuckeralkohole (Polyole), außer Erythrit102,4Xylit, Sorbit in „zuckerfreien“ Produkten
Ballaststoffe82Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte
Erythrit00Süßungsmittel

Zum Umrechnen genügt eine Zahl: 1 kcal entspricht 4,184 kJ. Auf der Packung steht deshalb meist beides, etwa „1.500 kJ / 359 kcal“. Was eine Kalorie überhaupt ist, erklärt der Artikel Was ist eine Kalorie?.

Wie rechnet man den Brennwert eines Lebensmittels nach?

Du kannst die Faktoren selbst ausprobieren. Der Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0 nennt je 100 g die Gramm von Eiweiß, verfügbaren Kohlenhydraten, Fett und Ballaststoffen. Multiplizierst du Eiweiß und Kohlenhydrate mit 4, das Fett mit 9 und die Ballaststoffe mit 2 und addierst alles, kommst du bei den meisten Lebensmitteln auf den Energiewert der Datenbank. Die Tabelle zeigt sechs Beispiele.

Rechenprobe: Brennwert aus den Nährstoffen und Wert im BLS 4.0 je 100 g (eigene Rechnung)
LebensmittelEiweißKohlenhydrateFettBallaststoffeGerechnetBLS
Haferflocken, trocken13,2 g53,3 g6,7 g11,0 g348 kcal348 kcal
Magerquark11,9 g3,7 g0,2 g0,0 g64 kcal66 kcal
Vollkornbrot7,2 g38,0 g1,0 g10,0 g210 kcal210 kcal
Mandeln22,3 g3,9 g46,6 g10,0 g544 kcal544 kcal
Olivenöl0,0 g0,0 g99,9 g0,0 g899 kcal899 kcal
Zucker0,0 g100,0 g0,0 g0,0 g400 kcal400 kcal

Bei Olivenöl und Zucker ist die Rechnung trivial, weil fast nur ein Stoff vorkommt: 100 g Fett sind 900 kcal, 100 g Zucker 400 kcal. Haferflocken, Vollkornbrot und Mandeln gehen auf, sobald die Ballaststoffe mit ihren 2 kcal je Gramm mitgezählt werden. Beim Magerquark weicht die Rechnung um 2 kcal ab: Die Datenbank rechnet mit ungerundeten Zwischenwerten, die Tabelle zeigt nur eine Nachkommastelle. Das ist kein Fehler, sondern zeigt, wie nah die Faktoren an der Wirklichkeit liegen, ohne sie bis auf die Stelle zu treffen.

Mit diesem Wissen lässt sich eine Packung auch plausibilisieren. Stehen auf einer Tabelle 20 g Fett, 50 g Kohlenhydrate und 10 g Eiweiß je 100 g, ergeben sich 180 + 200 + 40 = 420 kcal. Weicht die angegebene Zahl stark ab, fehlt ein Posten, etwa Alkohol oder Ballaststoffe. Wie du die Pflichtangaben liest, steht im Artikel Nährwertangaben verstehen.

Warum ist Fett so energiereich und Eiweiß nicht?

Fett enthält mehr als doppelt so viel Energie je Gramm wie Eiweiß oder Kohlenhydrate. Das liegt an der Chemie: Fettsäuren sind reich an Wasserstoff und Kohlenstoff und enthalten kaum Sauerstoff, deshalb setzt ihre Oxidation viel Energie frei. In Kohlenhydraten und Eiweiß steckt dagegen schon gebundener Sauerstoff, und beim Eiweiß bleibt der Stickstoff als Harnstoff ungenutzt.

Für den Alltag bedeutet das vor allem eines: Die Energiedichte eines Lebensmittels hängt von seinem Fett- und seinem Wasseranteil ab. Wasser liefert keine Energie, wiegt aber. Gurke besteht zu gut 95 Prozent aus Wasser und bringt nur 16 kcal je 100 g mit, Olivenöl als reines Fett 899 kcal. Zwischen beiden liegen Faktor 56. Diesen Zusammenhang nennt man Energiedichte, und er erklärt, warum 500 kcal Gemüsesuppe und 500 kcal Nüsse so unterschiedlich satt machen können. Mehr dazu steht im Artikel Energiedichte.

Alkohol liegt mit 7 kcal je Gramm zwischen Kohlenhydraten und Fett. Er kommt zu den Nährstoffen hinzu und wird oft übersehen, weil er in Getränken ohne Kauen aufgenommen wird. Wie viel Energie Bier, Wein und Spirituosen liefern, zeigt der Artikel Kalorien in Getränken mit Alkohol.

Stimmen die Faktoren für jeden Körper und jedes Lebensmittel?

Nein, und das ist der wichtigste Vorbehalt. Die Faktoren sind Mittelwerte, die für ein ganzes Lebensmittelsortiment gelten sollen. Wie viel Energie dein Körper aus einer Mahlzeit tatsächlich verwertet, hängt unter anderem davon ab, wie stark das Lebensmittel verarbeitet ist, wie fein es zerkleinert wurde und wie viel davon unverdaut den Darm passiert. Bei Nüssen zum Beispiel bleibt ein Teil des Fettes in den Zellwänden eingeschlossen. In einer Fütterungsstudie lieferten ganze Mandeln etwa ein Drittel weniger verwertbare Energie, als die Faktoren ergeben (Novotny et al. 2012). Auch die Zubereitung kann den Wert verschieben: Gegarte und fein vermahlene Stärke wird besser aufgeschlossen als rohe.

Hinzu kommt, dass Energie, die ein Lebensmittel liefert, nicht gleich Energie ist, die der Körper netto gewinnt. Die Verdauung selbst kostet Energie, bei Eiweiß mehr als bei Fett oder Kohlenhydraten (Westerterp 2004). Dieser Effekt ist da, aber im Alltag klein gegenüber den Unterschieden in der Menge. Wer ihn zum Abnehmen einplant, rechnet deshalb am besten nicht mit Bruchteilen, sondern mit dem, was die Tabelle ausweist. Mehr zur Frage, ob eine Kalorie immer eine Kalorie ist, steht im Artikel Was ist eine Kalorie?.

Wie viel Energie steckt in einem Gramm Körperfett?

Reines Fett liefert 9 kcal je Gramm. Körperfettgewebe besteht aber nicht nur aus Fett, sondern auch aus Wasser, Eiweiß und Bindegewebe. Deshalb stecken in einem Gramm Fettgewebe weniger als 9 kcal. Die Faustregel, ein Kilogramm Körperfett entspreche 7.700 kcal, ist eine grobe Näherung. Eine Modellierungsstudie hat gezeigt, dass diese Regel nur für kurze Zeiträume taugt: Der Körper passt Verbrauch und Zusammensetzung an, sodass eine dauerhaft veränderte Energiezufuhr nach einem Jahr etwa die Hälfte und nach drei Jahren rund 95 Prozent ihrer Wirkung auf das Gewicht entfaltet hat. Als Faustzahl nennen die Autoren: Eine dauerhafte Änderung um rund 24 kcal am Tag führt langfristig zu etwa einem Kilogramm Gewichtsänderung (Hall et al. 2011).

Daraus folgt: Die Rechnung „500 kcal weniger am Tag bedeuten ein halbes Kilo weniger pro Woche“ stimmt in den ersten Wochen ungefähr und wird danach immer ungenauer. Wie du ein Defizit realistisch planst, erklärt der Artikel Kaloriendefizit realistisch planen.

Wie viel Energie liefert ein Gramm Eiweiß in Pulvern, Riegeln und Shakes?

Auch in Proteinprodukten gilt der Faktor 4. Ein Pulver mit 80 g Eiweiß je 100 g bringt aus dem Eiweiß allein 320 kcal; dazu kommen Fett, Kohlenhydrate und Zucker. Wer wissen will, wie viel Eiweiß er braucht, rechnet besser in Gramm als in Kalorien. Der Referenzwert für gesunde Erwachsene liegt bei 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht und Tag (DGE-Referenzwerte). Für eine Person mit 70 kg sind das 56 g, also rund 224 kcal aus Eiweiß, ein Zehntel des Tagesbedarfs an Energie. Vertiefende Informationen enthält der Artikel Eiweiß: wie viel brauchst du?.

Ein kleiner Hinweis zu Zahlen im Netz: Wenn irgendwo „1 g Protein = 4 kcal“ neben „1 g Kohlenhydrate = 4 kcal“ steht, ist das keine Vereinfachung, sondern das Verfahren, das auch die Packungen nutzen. Unterschiede entstehen erst bei der Frage, wie sättigend und wie nützlich die Nährstoffe für dich sind, und die beantwortet die Kalorienzahl allein nicht.

Häufige Fragen

Wie viele Kalorien hat 1 g Protein?

Rund 4 kcal (17 kJ). Das gilt für Eiweiß in Lebensmitteln wie für Eiweiß in Pulvern. Der Faktor ist in der EU für Nährwertangaben festgelegt.

Wie viele Kalorien hat 1 g Fett?

Rund 9 kcal (37 kJ). Fett liefert damit mehr als doppelt so viel Energie je Gramm wie Eiweiß oder Kohlenhydrate.

Wie viele Kalorien hat 1 g Zucker?

Rund 4 kcal (17 kJ), wie alle verwertbaren Kohlenhydrate. 100 g Zucker liefern deshalb 400 kcal; 1 Teelöffel mit 5 g also etwa 20 kcal.

Wie viele Kalorien hat 1 g Alkohol?

Rund 7 kcal (29 kJ). Alkohol zählt damit mehr als Kohlenhydrate und weniger als Fett.

Wie viele Kalorien haben Ballaststoffe?

Etwa 2 kcal je Gramm (8 kJ). Sie werden nur zum Teil verwertet. Deshalb ziehen manche Länder sie von den Kohlenhydraten ab, in der EU wird mit 2 kcal gerechnet.

Warum steht auf der Packung kJ und kcal?

Kilojoule ist die Maßeinheit für Energie, Kilokalorie die gewohnte Alltagszahl. Die EU schreibt beide Angaben vor. 1 kcal entspricht 4,184 kJ.

Quellen und Stand

  1. Europäisches Parlament und Rat (2011): Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Anhang XIV (Umrechnungsfaktoren). Amtsblatt der EU L 304, S. 18–63. eur-lex.europa.eu
  2. Hall KD, Sacks G, Chandramohan D, Chow CC, Wang YC, Gortmaker SL, Swinburn BA (2011): Quantification of the effect of energy imbalance on bodyweight. Lancet 378:826–837. doi:10.1016/S0140-6736(11)60812-X
  3. Novotny JA, Gebauer SK, Baer DJ (2012): Discrepancy between the Atwater factor predicted and empirically measured energy values of almonds in human diets. Am J Clin Nutr 96:296–301. doi:10.3945/ajcn.112.035782
  4. Westerterp KR (2004): Diet induced thermogenesis. Nutr Metab 1:5. doi:10.1186/1743-7075-1-5
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2026): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (Webseiten Energie, Protein, Ballaststoffe). dge.de

Nährwerte: Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0 – Deutsche Nährstoffdatenbank. Karlsruhe. DOI 10.25826/Data20251217-134202-0, Lizenz CC BY 4.0. Einordnungen und Umrechnungen: eigene Berechnungen von kalorien.info.

Quellen geprüft bis 31.10.2026.