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Lebensmittel & Nährwerte

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Lebensmittel mit Gehalt je Portion

Von Redaktion kalorien.info · Stand: 01.11.2026 · Prüfstatus: redaktionell geprüft, nicht extern fachlich geprüft (was das heißt)

Kurz gesagt: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren stecken im BLS am meisten in Distel-, Walnuss-, Lein-, Soja- und Sonnenblumenöl (55 bis 76 g je 100 g), in Walnüssen, Kernen und Samen sowie in fettem Fisch. Die DGE empfiehlt 7 bis höchstens 10 Prozent der Energie, bei 2.000 kcal rund 16 bis 22 g am Tag.

Gemalter Holztisch mit Flaschen Walnussöl und Leinöl, Walnüssen, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, einem Lachsfilet und einer Schale Sojabohnen ohne Schrift
Illustration · symbolisch, keine Mengenangabe

In welchen Ölen und Streichfetten stecken die meisten mehrfach ungesättigten Fettsäuren?

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben mehrere Doppelbindungen im Molekül. Zwei davon kann der Körper nicht selbst herstellen: die Linolsäure (Omega-6) und die α-Linolensäure (Omega-3). Sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden (DGE). Omega-6-Fettsäuren stecken vor allem in Soja- und Maiskeimöl sowie in Margarine, Omega-3-Fettsäuren in fettreichen Seefischen und in Raps-, Walnuss- und Leinöl (Bundeszentrum für Ernährung, BZfE).

Im Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0) führt Distelöl mit 76 g mehrfach ungesättigten Fettsäuren je 100 g, gefolgt von Walnussöl (69 g), Leinöl (67 g), Sojaöl (61 g), Maiskeimöl (56 g) und Sonnenblumenöl (55 g). Sonnenblumenmargarine kommt auf 35 g, Rapsöl auf 27 g und Olivenöl auf 7 g. Butter enthält 3 g, Kokosöl 1 g. Ein Esslöffel Distelöl (10 g) liefert damit 7,6 g, ein Esslöffel Rapsöl 2,7 g, jeweils bei rund 90 kcal.

Die DGE bezeichnet Rapsöl als Öl der Wahl, weil es den geringsten Anteil gesättigter Fettsäuren hat und viel α-Linolensäure enthält. Weitere Öle mit nennenswertem Omega-3-Anteil sind Walnuss-, Lein- und Sojaöl. Sonnenblumenöl ist geschmacksneutral und wird häufig in verarbeiteten Lebensmitteln verwendet, seine Fettsäurezusammensetzung ist nicht so ideal wie die des Rapsöls. Margarine hat mehr ungesättigte Fettsäuren als Butter (DGE). Mehr zu Ölen im Artikel Speiseöle, die einfach ungesättigten Fettsäuren behandelt ein eigener Artikel.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Ölen, Streichfetten und Mayonnaise (BLS 4.0, Portionen als Annahme der Redaktion)
Lebensmittelmehrfach ungesättigt (g) je 100 gdavon Omega-6 (g)davon Omega-3 (g)kcal je 100 gPortion (Annahme)mehrfach ungesättigt (g) je Portion
Distelöl/Safloröl75,675,10,59001 Esslöffel (10 g)7,6
Walnussöl68,657,011,68991 Esslöffel (10 g)6,9
Leinöl67,114,352,89001 Esslöffel (10 g)6,7
Sojaöl60,652,97,79001 Esslöffel (10 g)6,1
Maiskeimöl56,555,51,09001 Esslöffel (10 g)5,6
Sonnenblumenöl54,654,50,19001 Esslöffel (10 g)5,5
Sesamöl40,440,00,49001 Esslöffel (10 g)4,0
Sonnenblumenmargarine, Vollfett35,335,00,47201 Portion für eine Brotscheibe (10 g)3,5
Rapsöl27,218,88,59001 Esslöffel (10 g)2,7
Mayonnaise (Fertigprodukt)25,217,87,47501 Esslöffel (15 g)3,8
Olivenöl7,46,70,78991 Esslöffel (10 g)0,7
Butter (Süßrahm)2,91,50,77471 Portion für eine Brotscheibe (10 g)0,3
Kokosöl0,90,90,09001 Esslöffel (10 g)0,1

Wie viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten Nüsse, Samen und Kerne?

Nüsse und Samen liefern mehrfach ungesättigte Fettsäuren zusammen mit Ballaststoffen und Eiweiß. Im BLS stehen Walnüsse mit 52 g je 100 g an der Spitze, davon 10,1 g Omega-3. Es folgen Mohn (30 g), Paranüsse (29 g), Sonnenblumenkerne (27 g), Pinienkerne (26 g), Chia-Samen (26 g), Leinsamen (25 g) und Kürbiskerne (23 g). Chia-Samen und Leinsamen fallen durch ihren Omega-3-Anteil auf: 19,4 g und 20,0 g je 100 g, während Sonnenblumen- und Kürbiskerne fast nur Omega-6 enthalten.

Eine Handvoll Walnüsse (25 g) bringt es auf 12,9 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei 180 kcal, eine Handvoll Sonnenblumenkerne auf 6,7 g bei 141 kcal. Mandeln, Erdnüsse, Cashewkerne und Haselnüsse liegen mit 6 bis 10 g je 100 g deutlich darunter; sie sind eher Quellen für einfach ungesättigte Fettsäuren. Das BZfE empfiehlt, täglich zu einer kleinen Handvoll Nüsse und Samen zu greifen (BZfE). Wegen der Energiedichte ersetzt die Handvoll andere Snacks, sie kommt nicht obendrauf. Weitere Werte: Nüsse, Walnüsse, Leinsamen und Chiasamen.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Nüssen, Samen und Kernen (BLS 4.0, Portionen als Annahme der Redaktion)
Lebensmittelmehrfach ungesättigt (g) je 100 gdavon Omega-6 (g)davon Omega-3 (g)kcal je 100 gPortion (Annahme)mehrfach ungesättigt (g) je Portion
Walnuss51,641,610,17211 Handvoll (25 g)12,9
Mohn29,929,70,25281 Esslöffel (10 g)3,0
Paranuss28,728,70,17041 Handvoll (25 g)7,2
Sonnenblumenkerne26,726,60,15641 Handvoll (25 g)6,7
Pinienkerne25,725,50,16601 Handvoll (25 g)6,4
Chia-Samen25,56,119,44791 Esslöffel (10 g)2,6
Leinsamen25,45,420,04701 Esslöffel (10 g)2,5
Kürbiskerne23,022,80,25881 Handvoll (25 g)5,8
Sesam19,418,70,75651 Esslöffel (10 g)1,9
Pekannuss16,015,20,87231 Handvoll (25 g)4,0
Mandel, süß10,310,30,05441 Handvoll (25 g)2,6
Erdnuss, geröstet9,79,70,06201 Handvoll (25 g)2,4
Cashewkern8,68,50,16181 Handvoll (25 g)2,2
Haselnuss6,36,30,16671 Handvoll (25 g)1,6

Welche Rolle spielen Fisch, Soja, Ei und Brot für die Zufuhr?

Auch Lebensmittel mit wenig Fett tragen zur Zufuhr bei, vor allem wegen der Portionsgröße. Eine Portion Sojabohnen (60 g roh) liefert 6,4 g, ein Forellenfilet (150 g) 5,3 g, ein Lachsfilet (150 g) 5,2 g und eine Portion Tofu (125 g) 4,3 g. Beim Fisch überwiegt Omega-3: Lachs hat 2,6 g Omega-3 und 0,9 g Omega-6 je 100 g. Das BZfE empfiehlt ein- bis zweimal pro Woche Fisch, mageren wie Kabeljau und Seelachs ebenso wie fettreichen wie Lachs, Hering und Makrele (BZfE). Mehr zu den langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA im Artikel Omega-3-reiche Lebensmittel.

Fleisch, Milch und Vollkornbrot tragen wenig bei: Hähnchenbrust enthält 0,4 g, ein Glas Vollmilch 0,1 g, eine Scheibe Vollkornbrot (50 g) 0,2 g. Haferflocken (60 g) bringen es auf 1,6 g, ein Ei auf 0,9 g. Wer mehr mehrfach ungesättigte Fettsäuren will, ersetzt deshalb am wirksamsten die Streich- und Bratfette, nicht die Beilage.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Fisch, Soja, Ei, Brot und Avocado (BLS 4.0, Portionen als Annahme der Redaktion)
Lebensmittelmehrfach ungesättigt (g) je 100 gdavon Omega-6 (g)davon Omega-3 (g)kcal je 100 gPortion (Annahme)mehrfach ungesättigt (g) je Portion
Sojabohne, reif, roh10,79,80,93881 Portion roh (60 g)6,4
Forelle, roh3,50,53,01561 Filet (150 g)5,3
Lachs, roh3,50,92,61801 Filet (150 g)5,2
Tofu3,42,90,51151 Portion (125 g)4,3
Sardine in Öl, Konserve, abgetropft3,30,42,82221 Dose abgetropft (90 g)2,9
Hering, roh2,70,32,41501 Filet (100 g)2,7
Haferflocken2,72,60,13481 Portion (60 g)1,6
Makrele, roh2,20,31,91491 Filet (150 g)3,3
Avocado1,51,40,11321/2 Avocado (80 g)1,2
Hühnerei, gekocht1,51,30,11441 Ei (60 g)0,9
Thunfisch, roh1,30,11,21391 Stück (150 g)2,0
Linse, reif, roh0,70,60,23231 Portion roh (80 g)0,6
Vollkornbrot0,50,40,02101 Scheibe (50 g)0,2
Hähnchenbrustfilet, roh0,40,30,01091 Filet (150 g)0,5
Schweinefilet, roh0,30,30,01181 Stück (150 g)0,4
Vollmilch, 3,5 % Fett0,10,00,0621 Glas (200 g)0,1

Wie viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind empfohlen, und was bewirken sie?

Die DGE-Leitlinie zur Fettzufuhr von 2015 behält den Referenzwert von 7 Prozent bis höchstens 10 Prozent der Energie für mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei (Summe aus Omega-6 und Omega-3). Daneben gelten 7 bis 10 Prozent für gesättigte Fettsäuren und weniger als 1 Prozent für trans-Fettsäuren; der Anteil der einfach ungesättigten ergibt sich aus der Differenz zum Gesamtfett (DGE-Leitlinie). Bei 2.000 kcal sind 7 Prozent rund 15,6 g und 10 Prozent rund 22,2 g am Tag (9 kcal je g Fett). Für die essenziellen Fettsäuren gelten Schätzwerte von 2,5 Prozent der Energie für Linolsäure und 0,5 Prozent für α-Linolensäure; für Schwangere und Stillende gilt ein Richtwert von mindestens 200 mg Docosahexaensäure (DHA) am Tag (DGE).

Der Nutzen entsteht durch den Austausch: Wird gesättigtes Fett durch eine Kombination aus Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren ersetzt, sinkt das Risiko für koronare Herzkrankheit (Evidenzgrad: wahrscheinlich). Die Senkung des LDL-Cholesterins durch weniger gesättigte Fettsäuren, unter 10 Prozent der Energie, stuft die Leitlinie als überzeugend ein (DGE-Leitlinie). Das BZfE ordnet mehrfach ungesättigte Fettsäuren als besonders wertvoll ein und rät, mehr pflanzliche Speiseöle, fettreichen Seefisch, Nüsse und Samen zu essen (BZfE).

Ein Beispieltag zeigt, wie sich die Spanne erreichen lässt: Mit Haferflocken, Milch, Schweinefilet, Kartoffeln, Rapsöl, einer kleinen Portion Walnüsse und Vollkornbrot mit Butter und Ei kommen die rohen Zutaten auf 15,1 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei 1.592 kcal, also rund 8,5 Prozent der Energie.

Beispieltag: mehrfach ungesättigte Fettsäuren im Vergleich zur Spanne von 7 bis 10 Prozent der Energie (rohe Zutaten, Annahme) (BLS 4.0, Portionen als Annahme der Redaktion)
MahlzeitBestandteile (Annahme)mehrfach ungesättigt (g)Fett (g)kcal
FrühstückHaferflocken, Vollmilch, Apfel1,79,2337
MittagSchweinefilet, roh gewogen, Kartoffel, geschält, roh gewogen, Rapsöl, Brokkoli, roh gewogen3,515,0503
ZwischenmahlzeitWalnuss, Banane7,911,1203
AbendVollkornbrot, Butter, Gouda, Hühnerei, gekocht, Tomate2,024,8549
Summe15,160,01592

Wie ist das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in den Ölen?

Die DGE-Leitlinie rät, pflanzliche Öle nach einem günstigen Verhältnis von Linolsäure zu α-Linolensäure auszuwählen; bei den hiesigen Ernährungsgewohnheiten werden Rapsöl und Walnussöl diesem Kriterium am besten gerecht (DGE-Leitlinie). Im BLS enthält Rapsöl 18,8 g Omega-6 und 8,5 g Omega-3 je 100 g, Walnussöl 57,0 g und 11,6 g, Leinöl 14,3 g und 52,8 g. Sonnenblumenöl hat 54,5 g Omega-6 und nur 0,1 g Omega-3, Distelöl 75,1 g und 0,5 g.

Beide Familien sind nötig; die Frage ist die Mischung. Wer vor allem Sonnenblumen- oder Distelöl verwendet, deckt den Omega-6-Bedarf leicht, aber kaum den Omega-3-Bedarf. Die Einzelartikel zeigen die Werte je Portion: Omega-6-reiche Lebensmittel und Omega-3-reiche Lebensmittel.

Welche Öle eignen sich zum Braten, welche für die kalte Küche?

Beim Braten und Frittieren werden Temperaturen bis 180 Grad Celsius erreicht. Die DGE empfiehlt dafür hitzestabile Öle mit einem Rauchpunkt von mindestens 180 Grad; raffiniertes Rapsöl ist eine ausgezeichnete Wahl. Kaltgepresste und native Öle sind wegen ihrer Fettbegleitstoffe weniger hitzestabil und für das Frittieren weniger geeignet. Rauchendes Öl ist zu vermeiden, weil dabei gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Im Fettsäuremuster sind kaltgepresste und raffinierte Öle fast gleichwertig, kaltgepresste enthalten mehr Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe (DGE). Natives Olivenöl und andere native Öle passen deshalb eher zu Salat, Quark und Dips als in die Pfanne.

Häufige Fragen

Welche Lebensmittel enthalten viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren?

Distel-, Walnuss-, Lein-, Soja-, Mais- und Sonnenblumenöl, Walnüsse, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Chia- und Leinsamen, fetter Fisch und Sojabohnen.

Wie viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind am Tag empfohlen?

Die DGE empfiehlt 7 bis höchstens 10 Prozent der Energie, bei 2.000 kcal rund 16 bis 22 g am Tag.

Sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren gesund?

Sie sind vorteilhaft, wenn sie gesättigte Fettsäuren ersetzen; die DGE-Leitlinie beschreibt für diesen Austausch ein geringeres Risiko für koronare Herzkrankheit. Mehr Gesamtfett ist damit nicht gemeint.

Was ist der Unterschied zwischen Omega-3 und Omega-6?

Beide sind mehrfach ungesättigt und essenziell. Omega-6 (Linolsäure) steckt vor allem in Sonnenblumen-, Soja- und Maiskeimöl, Omega-3 (α-Linolensäure) in Lein-, Walnuss- und Rapsöl sowie in Chia und Leinsamen; EPA und DHA kommen aus fettem Fisch.

Ist Rapsöl oder Sonnenblumenöl besser?

Die DGE bezeichnet Rapsöl als Öl der Wahl. Im BLS hat Rapsöl 27 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren je 100 g, Sonnenblumenöl 55 g, aber Rapsöl enthält 8,5 g Omega-3 gegenüber 0,1 g.

Wie viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren hat Olivenöl?

Im BLS 7,4 g je 100 g; Olivenöl enthält vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren.

Quellen und Stand

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2015): Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten – Kapitel 13: Umsetzung der Leitlinie. dge.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Fett, essenzielle Fettsäuren, Stand der Ableitung 2000 (abgerufen 01.11.2026). dge.de; Pflanzliche Öle bevorzugen (abgerufen 01.11.2026). dge.de
  3. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Fette (abgerufen 01.11.2026). bzfe.de

Nährwerte: Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0 – Deutsche Nährstoffdatenbank. Karlsruhe. DOI 10.25826/Data20251217-134202-0, Lizenz CC BY 4.0. Einordnungen und Umrechnungen: eigene Berechnungen von kalorien.info.

Quellen geprüft bis 01.11.2026.