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Lebensmittel & Nährwerte

Omega-3-reiche Lebensmittel: Fisch, Öle und Samen im Vergleich

Von Redaktion kalorien.info · Stand: 01.11.2026 · Prüfstatus: redaktionell geprüft, nicht extern fachlich geprüft (was das heißt)

Kurz gesagt: Am meisten EPA und DHA, die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, enthalten Sprotte, Sardelle, Hering und Lachs (1,8 g je 100 g). Pflanzen liefern Alpha-Linolensäure, vor allem Leinöl, Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse. Die EFSA nennt 250 mg EPA und DHA am Tag; die DGE rät zu ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche.

Gemalter Markttisch mit Hering, Makrele, Sardinen, Walnüssen, Leinsamen, Chiasamen und einer Ölflasche
Illustration · symbolisch, keine Mengenangabe

Welche Fische enthalten am meisten Omega-3?

Unter Omega-3 laufen mehrere Fettsäuren. Die langkettigen Formen Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) liefern vor allem fette Meeresfische; die Tabelle weist beide zusammen aus. Im Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0) liegen Sprotte mit 3,08 g EPA und DHA je 100 g, Sardelle mit 2,31 g, Hering mit 1,97 g und Lachs mit 1,81 g vorn, gefolgt von Aal (1,45 g), Makrele (1,33 g) und Sardine (1,12 g). Magere Fische wie Kabeljau (0,34 g), Zander (0,13 g) und Garnelen (0,37 g) enthalten deutlich weniger. Das Gesamt-Omega-3 enthält zusätzlich Alpha-Linolensäure und weitere Fettsäuren und liegt deshalb höher, beim Lachs bei 2,6 g je 100 g.

Wichtig für den Alltag: Auf die Zubereitung kommt es an. Thunfisch im eigenen Saft aus der Dose enthält nur 0,13 g EPA und DHA je 100 g, roher Thunfisch dagegen 0,82 g. Der BLS beschreibt die Konserve im eigenen Saft getrennt vom rohen Fisch, und die Werte unterscheiden sich um ein Vielfaches; verbindlich ist die Nährwerttabelle auf der Dose. Ein Heringsfilet von 120 g bringt 2,37 g, ein Lachsfilet von 150 g 2,72 g. Die Portionen in der Tabelle sind Annahmen der Redaktion; die Gehalte schwanken mit Sorte, Jahreszeit und Haltung.

Omega-3 (EPA und DHA) in Fisch und Meeresfrüchten (BLS 4.0, Portionen als Annahme der Redaktion)
LebensmittelEPA + DHA (g) je 100 gOmega-3 gesamt (g) je 100 gkcal je 100 gPortion (Annahme)EPA + DHA (g) je PortionAnteil an 1,75 g EPA + DHA (EFSA-Wert für 7 Tage) (%)
Sprotte, roh3,083,81861 Portion (100 g)3,08176
Sardelle, roh2,313,12041 Portion (100 g)2,31132
Hering, roh1,972,41501 Portion (120 g)2,37135
Lachs, roh1,812,61801 Filet (150 g)2,72155
Aal, roh1,453,12881 Portion (100 g)1,4583
Makrele, roh1,331,91491 Filet (120 g)1,5991
Sardine, roh1,121,31511 Portion (100 g)1,1264
Forelle, roh1,023,01561 Forelle ohne Gräten (120 g)1,2370
Thunfisch, roh0,821,21391 Steak (150 g)1,2270
Köhler/Seelachs, roh0,600,8991 Filet (150 g)0,9051
Rotbarsch, roh0,570,7921 Filet (150 g)0,8649
Heilbutt, roh0,500,71331 Filet (150 g)0,7543
Garnele, roh0,370,4871 Portion (100 g)0,3721
Dorsch/Kabeljau, roh0,340,4791 Filet (150 g)0,5129
Miesmuschel, roh0,240,4601 Portion ohne Schale (150 g)0,3721
Zander, roh0,130,1861 Filet (150 g)0,2011
Thunfisch im eigenen Saft, abgetropft0,130,1951 Dose abgetropft (130 g)0,1710

Dass Fisch auch Vitamin D, Jod und Eiweiß liefert, zeigen die Artikel Vitamin-D-reiche Lebensmittel und Fisch.

Wie viel Fisch deckt den Bedarf?

Für EPA und DHA zusammen nennt die EFSA eine angemessene Zufuhr von 250 mg am Tag für Erwachsene; in Schwangerschaft und Stillzeit kommen 100 bis 200 mg DHA dazu. Begründet hat sie den Wert mit Herz-Kreislauf-Überlegungen; einen Durchschnittsbedarf konnte sie mangels Daten nicht ableiten (EFSA 2017). Die DGE nennt in ihren lebensmittelbezogenen Empfehlungen ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche (DGE 2024). Wie das zusammenpasst, zeigt die Rechnung: 250 mg an sieben Tagen sind 1,75 g in der Woche, und eine Portion Hering bringt rechnerisch 2,37 g, eine Portion Lachs 2,72 g. Wer ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch isst, liegt also im Wochenmittel über dem EFSA-Wert. Eine Portion Kabeljau (150 g) mit 0,51 g deckt etwa ein Drittel.

Zum Vergleich: Die tolerierbare Obergrenze hat die EFSA für EPA und DHA nicht festgelegt, weil die Daten für eine Grenze nicht ausreichen (EFSA 2025). Das heißt nicht „unbedenklich in jeder Menge“, sondern „nicht genug untersucht“. Wie viel Fisch sinnvoll ist, regeln die Portionsempfehlungen; beim Fettgehalt hilft der Artikel Fett in der Ernährung.

Welche pflanzlichen Lebensmittel liefern Omega-3?

Pflanzen enthalten die kurzkettige Alpha-Linolensäure (ALA), keine fertigen EPA und DHA. Der BLS führt Leinöl mit 52,8 g ALA je 100 g an, danach Leinsamen (20,0 g), Chiasamen (19,4 g), Hanföl (18,8 g), Walnussöl (11,6 g), Walnüsse (10,1 g) und Rapsöl (8,5 g). Olivenöl (0,7 g) und Sonnenblumenöl (0,1 g) enthalten fast keine. Je Portion ergibt sich: ein Esslöffel Leinöl (10 g) 5,3 g bei 90 kcal, eine Handvoll Walnüsse (25 g) 2,5 g bei 180 kcal, ein Esslöffel Rapsöl 0,85 g.

Zwei Hinweise. Erstens liefert eine Portion pflanzlicher ALA eine andere Fettsäure als eine Portion Fisch, und die Mengen sind nicht einfach gegeneinander aufzurechnen. Die EFSA vermerkt, dass der Körper EPA und DHA zum Teil aus ALA bilden kann; wie viel, ist begrenzt (EFSA 2017). Zweitens sind Öle energiereich: Ein Esslöffel bringt rund 90 kcal. Welche Öle sich im Alltag lohnen, beschreibt der Artikel Speiseöle.

Alpha-Linolensäure (Omega-3 aus Pflanzen) in Ölen, Samen und Nüssen (BLS 4.0, Portionen als Annahme der Redaktion)
LebensmittelAlpha-Linolensäure (g) je 100 gkcal je 100 gPortion (Annahme)Alpha-Linolensäure (g) je Portionkcal je Portion
Leinöl52,89001 Esslöffel (10 g)5,2890
Leinsamen20,04701 Esslöffel (10 g)2,0047
Chia-Samen19,44791 Esslöffel (10 g)1,9448
Hanföl18,89001 Esslöffel (10 g)1,8890
Walnussöl11,68991 Esslöffel (10 g)1,1690
Walnüsse10,17211 Handvoll (25 g)2,52180
Rapsöl8,59001 Esslöffel (10 g)0,8590
Weizenkeimöl7,89001 Esslöffel (10 g)0,7890
Sojaöl7,79001 Esslöffel (10 g)0,7790
Olivenöl0,78991 Esslöffel (10 g)0,0790
Tofu0,51151 Portion (125 g)0,60144
Kürbiskerne0,25881 Handvoll (25 g)0,06147
Sonnenblumenöl0,19001 Esslöffel (10 g)0,0190
Hühnerei, roh0,01351 Ei (60 g)0,0381

Reicht pflanzliches Omega-3 aus?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Wer vegetarisch oder vegan isst, nimmt in Studien mehr pflanzliche ALA auf, aber deutlich weniger EPA und DHA und hat entsprechend niedrigere Blutspiegel; ob das gesundheitlich eine Rolle spielt, ist offen (Neufingerl und Eilander 2021). Auch die DGE hält in ihrer Position zur veganen Ernährung fest, dass die Zufuhr von EPA und DHA bei veganer Ernährung unter dem empfohlenen Bereich liegt (DGE 2024). Präparate auf Basis von Mikroalgen liefern DHA und teils EPA ohne Fisch; was sie leisten, steht im Artikel Omega-3 Kapseln.

Wer pflanzenbetont isst, kann ALA-Quellen wie Rapsöl, Leinsamen oder Walnüsse einplanen: Ein Esslöffel Leinsamen (10 g) liefert 2,0 g ALA bei 47 kcal. Bei Fragen zu EPA und DHA hilft die Arztpraxis oder eine Ernährungsberatung.

Was sagen Studien zu Fisch und zu Kapseln?

Die Studienlage ist weniger eindeutig als die Empfehlung. Für das Essen von Fisch fand eine Dosis-Wirkungs-Analyse beobachtender Studien je zusätzliche 20 g Fisch am Tag ein um etwa 4 Prozent geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten zu sterben (relatives Risiko 0,96; Vertrauensbereich 0,94 bis 0,98); die Gesamtsterblichkeit sank kaum. In westlichen Studien war der Verlauf annähernd U-förmig, mit dem Tiefpunkt bei etwa 20 g am Tag (Jayedi et al. 2018). Beobachtungsstudien können Ursache und Wirkung nicht trennen.

Die große VITAL-Studie bei Menschen ohne bekannte Herzkrankheit zeigte dasselbe Bild: Fischölkapseln verringerten über gut fünf Jahre weder die Zahl schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse noch Krebs oder Todesfälle (Manson et al. 2019). Zur Rolle der Fettsäuren hält die DGE-Leitlinie fest, dass langkettige Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Herzerkrankungen wahrscheinlich senken (DGE-Leitlinie Fett 2015). Beides passt zusammen: Fisch in der Mischkost ist ein Baustein, Kapseln sind kein Ersatz dafür.

Worauf sollten Schwangere bei Fisch achten?

Für DHA nennt die EFSA in Schwangerschaft und Stillzeit einen Zuschlag; doch manche Fischarten enthalten Methylquecksilber. Das BfR hält fest, dass bei üblichen Verzehrgewohnheiten für die meisten Menschen keine Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Die höchsten Gehalte fand es in geräuchertem Thunfisch, Dornhai und Rotbarsch; die durchschnittliche Aufnahme liegt in allen Altersgruppen unter dem von der EFSA abgeleiteten Wert von 1,3 µg je Kilogramm Körpergewicht und Woche, bei Vielverzehrern von Thunfisch kann sie erreicht oder überschritten werden. Schwangere und Stillende sollten Hai, Schwertfisch, Heilbutt und Thunfisch einschränken (BfR 2026). Heilbutt und Thunfisch stehen in der Tabelle oben; für Schwangere und Stillende gelten dafür die Hinweise des BfR. Mehr zur Ernährung in dieser Zeit bietet Ernährung in der Schwangerschaft. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Das Gegenstück mit Omega-6-Fettsäuren und dem Bedarf an Linolsäure: Omega-6-reiche Lebensmittel.

Omega-3 und Omega-6 zusammen als mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit dem DGE-Referenzwert: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Omega-3 in Lein- und Chiasamen je Esslöffel: Samen und Kerne.

EPA und DHA in Austern, Hummer und Garnelen: Meeresfrüchte.

Lachs, Hering, Makrele und Forelle als Gericht und roh im Vergleich: Fischgerichte.

Häufige Fragen

Welche Lebensmittel haben am meisten Omega-3?

Bei EPA und DHA fette Seefische: Sprotte (3,1 g je 100 g), Sardelle (2,3 g), Hering (2,0 g) und Lachs (1,8 g). Bei Alpha-Linolensäure Leinöl (53 g), Leinsamen (20 g) und Chiasamen (19 g); BLS 4.0.

Wie viel Omega-3 braucht man am Tag?

Die EFSA nennt 250 mg EPA und DHA am Tag für Erwachsene, in Schwangerschaft und Stillzeit zusätzlich 100 bis 200 mg DHA.

Wie oft sollte man Fisch essen?

Die DGE empfiehlt ein bis zwei Portionen pro Woche; eine Portion Hering liefert rechnerisch 2,4 g EPA und DHA und damit mehr als den EFSA-Wert für eine Woche (1,75 g).

Hat Thunfisch aus der Dose Omega-3?

Thunfisch im eigenen Saft enthält nach BLS nur 0,13 g EPA und DHA je 100 g, roher Thunfisch 0,82 g. Die Nährwerttabelle auf der Dose gibt den tatsächlichen Wert an.

Sind Omega-3-Kapseln sinnvoll?

Für Gesunde nach der Studienlage kaum: Die Cochrane-Auswertung fand keinen Unterschied bei der Gesamtsterblichkeit, eine Studienauswertung mehr Vorhofflimmern. Vorher ärztlich besprechen.

Quellen und Stand

  1. EFSA (2017): Dietary reference values for nutrients: Summary report, Abschnitt Fette (EPA und DHA). doi:10.2903/sp.efsa.2017.e15121
  2. EFSA (2025): Overview on Tolerable Upper Intake Levels, Version 11 (DHA, EPA, DPA). efsa.europa.eu
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2024): Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen (Fisch 1 bis 2 Portionen pro Woche). dge.de
  4. Jayedi A et al. (2018): Fish consumption and risk of all-cause and cardiovascular mortality: a dose-response meta-analysis of prospective observational studies. Public Health Nutr 21(7):1297–1306. doi:10.1017/S1368980017003834
  5. Abdelhamid AS et al. (2020): Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. Cochrane Database Syst Rev CD003177. doi:10.1002/14651858.CD003177.pub5
  6. Manson JE et al. (2019): Marine n-3 Fatty Acids and Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer. N Engl J Med 380:23–32. doi:10.1056/nejmoa1811403
  7. Gencer B et al. (2021): Effect of Long-Term Marine Omega-3 Fatty Acids Supplementation on the Risk of Atrial Fibrillation in Randomized Controlled Trials of Cardiovascular Outcomes. Circulation 144:1981–1990. doi:10.1161/circulationaha.121.055654
  8. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2015): Evidenzbasierte Leitlinie Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten, 2. Version. dge.de
  9. Neufingerl N, Eilander A (2021): Nutrient Intake and Status in Adults Consuming Plant-Based Diets Compared to Meat-Eaters: A Systematic Review. Nutrients 14(1):29. doi:10.3390/nu14010029
  10. Klug A et al. für die DGE (2024): Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung. Ernährungs Umschau 71(7):60–84. doi:10.4455/eu.2024.22
  11. Bundesinstitut für Risikobewertung (2026): Methylquecksilber: Warum Schwangere und Stillende manche Arten von Fisch meiden sollten. bfr.bund.de

Nährwerte: Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0 – Deutsche Nährstoffdatenbank. Karlsruhe. DOI 10.25826/Data20251217-134202-0, Lizenz CC BY 4.0. Einordnungen und Umrechnungen: eigene Berechnungen von kalorien.info aus den Fettsäurespalten C20:5 n-3, C22:6 n-3 und C18:3 n-3.

Quellen geprüft bis 01.11.2026.